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Das Motto lautet Motto

Das im Herzen von Wien gelegene Hotel Motto verknüpft Pariser Flair und Wiener Lebensgefühl. Grundlage für die märchenhaft-opulent anmutende Welt der Sinnenfreuden bildet ein Altbau, dessen Ursprünge als Hotel bis ins Jahr 1665 zurückreichen. Take the elevatr to explore!

elevatrRide: Dieser besondere Fahrstuhl bringt die Gäste des Hotel Motto in Wien auf die von Architekt Arkan Zeytinoglu und seinem Team gestalteten 91 Zimmer und Suiten (Foto: Oliver Jiszda)

Obwohl das strahlend weiße Gebäude jahrelang umfassend kernsaniert wurde, wirkt es auf den ersten Blick so, als sei alles unverändert geblieben. Mit prachtvollen Säulen, Skulpturen und Ornamenten steht das Haus an der Einkaufsmeile Mariahilfer Straße direkt neben dem Café Ritter, in dem die Zeit seit der Eröffnung vor 150 Jahren ebenfalls stillzustehen scheint. Doch anders als beim legendären Kaffeehaus kann beim Hotel Motto von Stillstand keine Rede sein. Im Gegenteil. Hier drehen sich die Uhren nicht nur schneller, man hat fast das Gefühl, als hüpfe die Zeit hin und her. Im Vergleich zum Gebäudeinneren gibt sich das auf den zweiten Blick ins Auge fallende neue kuppelförmige Dach noch ziemlich zurückhaltend.

Eine Welt der Zeitsprünge

„Wenn Wien dem Paris der 1920er-Jahre begegnet, dazu die skandinavische gemütliche Ordnung als Raster nimmt, die Kultur des japanischen ‚Wabi Sabi‘ im Hinterkopf behält und ab und an dem Flohmarkt eine winzig kleine Tür öffnet – dann entsteht zeitgenössische Lebenskultur, vielleicht!“ Was Bernd Schlacher, Betreiber des Hotels Motto sowie Besitzer und kreativer Geist der Motto Group, mit diesem Satz meint, erschließt sich sofort, wenn man den Hoteleingang passiert hat. Schon in der Lobby purzeln die Epochen durcheinander. Ornamentale Fliesen, solide Parkettböden und die gewölbte Decke erzählen von der vorletzten Jahrhundertwende, dem Jahr der letzten großen Umbauarbeiten, während ein wuchtiger Tresen, der zugleich Bar ist, grazile Deckenleuchten und organische Möbel eher auf Mid Century hinweisen. Hinzu kommen die mit feinem Strich an eine Wand gemalten Figuren des Künstlers Andrea Ferolla. Sie erinnern an zeitlose Modezeichnungen von tadellos uniformierten Hotelpagen, die um eine glamourös gekleidete Frau tänzeln und dem Raum dadurch etwas Märchenhaftes verleihen.

Mix aus Opulenz und Schlichtheit

In der gleichen Verspieltheit und Leichtigkeit präsentieren sich auch die von Architekt Arkan Zeytinoglu und seinem Team gestalteten 91 Zimmer und Suiten. Das Wiener Büro erhielt vom Entwickler Wertinvest den Auftrag für die Entkernung und Umplanung des Altbaus, und von Bernd Schlacher die Möglichkeit, zahlreiche Objekte eigens für dieses Hotel zu entwerfen: etwa die Stofftapeten mit filigranen floralen Mustern, aber auch Teppiche, Fliesen, Messingtürgriffe, Möbel und Lampen.

Abgerundet wird die Gestaltung der zu den Themen „Flora“ oder „Fauna“ eingerichteten Zimmer durch viele Unikate, die der bekennende Paris-Liebhaber Schlacher bei einer Versteigerung im Hotel Ritz in Paris erworben hatte. Ergebnis sind ebenso sinnliche wie wohnliche Zimmer, die mit freistehenden Badewannen auf verzierten Füßen und hochliegenden Spülkästen mit Kette für ein ganz eigentümliches Gefühl von gemütlicher Nostalgie sorgen.

Gastronomie als wesentliche Komponente

Über den Zimmern, im Dachgeschoss, befindet sich „Chez Bernard Restaurant et Bar“, das kommunikative Herzstück des Hotels. Hier treffen Hotelgäste auf Wiener und Touristen, um zusammen eine moderne österreichische Küche mit französischen und nordafrikanischen Einflüssen zu genießen – regional, nachhaltig und bio. Sinnenfreuden bereiten hier aber auch der lichtdurchflutete Raum unter dem kuppelförmigen Dach, die kunstvoll arrangierten Grünpflanzen, die lässigen Leder-Loungemöbel und der Panoramablick über die Stadt. Letzterer ist von der über dem Restaurant gelegenen Dachterrasse übrigens noch spektakulärer.

Den großen Stellenwert, den die Gastronomie im Hotel Motto einnimmt, widerspiegelt nicht nur das Chez Bernard, sondern auch die hauseigene Boulangerie, die unter dem passenden Namen Motto Brot firmiert. Die von kunstvoll bearbeiteten Holzbauteilen, Goldoberflächen und meterhohen Decken geprägte Bäckerei zelebriert im Erdgeschoss einmal mehr die Symbiose aus Pariser Flair und Wiener Tradition. Im Angebot stehen unter anderem Brote aus lang geführtem Sauerteig und feinste Patisserie aus heimischen Bio-Zutaten.

"Chez Bernard"

Lässige Leder-Loungemöbel, Grünpflanzen, modern-österreichische Küche mit französischen und nordafrikanischen Einflüssen

Motto Brot

Motto als lokal verwurzelter Impulsgeber

Mit mehreren Motto-Lokalen in Wien und Motto Catering – einem Unternehmen, das auch Großveranstaltungen wie den Wiener Opernball beliefert – zählt Bernd Schlacher zweifellos zu den erfolgreichsten Gastronomen Wiens. Trotz seiner Karriere, die er mit 20 Jahren als Kellner begann, hat der heute 56-jährige nicht die Bodenhaftung verloren. Das zeigt sich nicht zuletzt in seinem gesellschaftlichen Engagement und dem Einsatz für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Teil dieses Bewusstseins ist beispielsweise, dass alle neuen Möbel im Hotel Motto von regionalen, kleinen Manufakturen hergestellt wurden, um das lokale Handwerk und das unmittelbare örtliche Umfeld zu unterstützen.

Mit Fanny Holzer-Luschnig hat Schlacher eine Hoteldirektorin mit ins Boot geholt, die sich ebenfalls auf lokaler Ebene engagiert – etwa als Mitgründerin des Grätzlhotels. Dieses Hotelkonzept, das leerstehende Straßenlokale in außergewöhnliche Unterkünfte verwandelt, hat maßgeblich dazu beigetragen, die internationale Aufmerksamkeit auf den Wiener Hotelmarkt und sein in jeder Hinsicht kreatives Potenzial zu lenken. Genau dieses Potenzial sollen die Gäste des Hotel Motto in jedem einzelnen Raum erleben können.

Roland Pawlitschko

„Flora“ und „Fauna“ im Hotel Motto