Skip to main content

Hey Limehome, what's on the horizon?

Josef Vollmayr, Co-Founder der Serviced Apartment-Marke Limehome, kann sich aktuell kein besseres Land als Deutschland vorstellen, um ein Digital-Unternehmen zu gründen. Wo steht sein Hospitality-Tech Start-up heute und welche Vision verfolgt es für die Zukunft? Im elevatr Chat gibt der Ex-Berater Aufschluss.

Für Dr. Josef Vollmayr geht es immer um die Frage, welche Prozesse optimiert werden können. Sein Augenmerk bei Limehome liegt momentan insbesondere auf der Digitalisierung und Automatisierung von Development-Prozessen. (Foto: Limehome GmbH)

Herr Vollmayr, Ihr Ziel ist es, bis Ende des Jahres 2.700 Apartments unter Vertrag zu haben. Wie erreichen Sie dieses Ziel?

Josef Vollmayr: Wir legen derzeit eine extrem hohe Geschwindigkeit an den Tag und zudem tun sich viele Opportunitäten bei Distressed Assets aus den Bereichen Retail und Office, aber auch im Bereich der Boutique-Hotellerie auf. Diese Opportunitäten möchte Limehome in den nächsten Wochen insbesondere an B- und C-Standorten nutzen. Denn unser Modell lebt von attraktiven B- und C-Standorten. Unsere Kernländer sind dabei momentan Deutschland, Österreich, die Niederlande und Spanien. 2022 kommen weitere Destinationen hinzu, voraussichtlich auch im Zuge der Expansion in das Vereinte Königreich, Frankreich und Italien.

Wie stellen Sie sicher, dass jedes Ihrer über 1.000 Apartments an mehr als 75 Standorten „funktioniert“?

Meine These lautet: So viel kann ein digitales Unternehmen wie Limehome gar nicht falsch machen. Das Einzige, was man eigentlich wirklich falsch machen kann, ist langfristige Pacht- oder Mietverträge abzuschließen, die sich nicht rechnen. In diesem Kontext haben wir mit Limehome sehr früh Mechanismen eingeführt, um eine entsprechende Sicherheit zu haben, dass der jeweilige Standort funktioniert. Ansonsten haben wir kaum bestehende Prozesse, stattdessen können wir als Start-up sehr viel ausprobieren, sei es in puncto Vertriebskanäle oder Pricing-Lösungen.

Doch auch ein Start-up wird mal erwachsen…

Ich glaube an eine einzige Theorie mit voller Überzeugung: an die Transaktionskostentheorie. Je mehr Transaktionen stattfinden, desto mehr Potenzial der Automatisierung habe ich. Limehome wickelt als Hospitality-Player aktuell 30.000 Nächte pro Monat ab. Unser Modell tut sich sehr leicht, zusätzliche Standorte an das System anzudocken. Das heißt konkret: Zusätzliche Standorte technisch in Betrieb zu nehmen, bedeutet kaum zusätzlichen Aufwand.

Wie oder wo inspirieren Sie sich im Hinblick auf die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens?

Inspiration schöpfe ich daraus, was andere Industrien gezeigt haben, was möglich ist: Prozessautomatisierungen durch Data Science Lösungen oder technologische Lösungen; eine Dateninfrastruktur, an die man sehr viele Themen andocken kann – das reicht vom Energiesektor über die E-Scooter bis hin zu Delivery Lösungen. Es geht immer um die Frage, welchen Prozess man optimieren kann.

Und die Antwort auf diese Frage bei Limehome?

Unser Augenmerk liegt momentan insbesondere auf der Digitalisierung und Automatisierung von Development-Prozessen. In der konkreten Objektverhandlung weniger, doch bei der Auswahl der Standorte agiert Limehome bereits sehr smart. Ich gebe Ihnen drei Beispiele: 

  1. Alle Informationen aus unserem Pricing-Algorithmus werden auch für die Erschließung neuer Standorte genutzt. Seit zweieinhalb Jahren werden also sämtliche verfügbaren Informationen in heute über 1.000 Einheiten gesammelt, zu welchem Preis wie viele Zimmer auf welchem Hotelmarkt verkauft werden. Zudem können wir die Kosten für die Operations je Aufenthaltsdauer und Gästebelegung sowie die Vermarktungskosten auf den Cent genau kalkulieren. In der Folge können wir quasi auf Knopfdruck ausrechnen, welche Margen an welchem neuen Standort möglich sind.
  2. An jedem Standort gibt es verschiedene Points of Interest: Business Points of interest oder Leisure Points of Interest. Abhängig von diesen Points of Interest wird der Mix an Zimmerkategorien automatisiert ermittelt, das passiert also ebenfalls auf Knopfdruck.
  3. Wir haben eine sehr reduzierte Supplierbasis. Realisieren wir einen neuen Standort mit beispielsweise 30 Zimmern, wird automatisch eine Bestellung ausgelöst, die ans Lager geht, sodass auch der Einzug extrem schnell abgebildet werden kann.

Was zeichnet sich an Ihrem Horizont ab?

Wir verfolgen mit Limehome eine fünfteilige Vision:

  1. Wir stellen den einfachsten Prozess in der Branche und über Branchengrenzen hinweg bereit. Unsere Gäste gehen einfach in ihre Apartments. Der Rest passiert komplett automatisiert im Hintergrund.
  2. Die Kommunikation mit unseren Gästen erfolgt vollständig automatisiert.
  3. Vor Ort stellen wir das beste Angebot auch über den Aufenthalt bei Limehome hinaus bereit. Lokale Partner können sich „einfach“ an unsere Plattform andocken.
  4. Unser Betriebssystem wird die ganzheitliche Lösung für die Hospitality Industrie werden.
  5. Last but not least: Unsere Aufenthaltserlebnisse gestalten wir im Rahmen eines globalen Footprints konsistent.

Laura Schmidt